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FF-Team 08.07.2005 09:05

Ein russischer Oldtimer wird zum Restaurant
 
Erlebnisgastronomie für Flugbegeisterte

Die Leidenschaft für die Fliegerei kann bemerkenswerte Blüten treiben. Reto Seipel, Linien- und Militärpilot, hat sich seit Jahren mit dem Gedanken getragen, die gute alte Zeit des Fliegens in einem Gastlokal aufleben zu lassen. Seipel war Pilot bei Swissair und Swiss, heute fliegt er für Emirates. Ein Lokal mit allerlei Requisiten aus der Fliegerwelt auszustatten, war ihm jedoch nicht genug. Ein echtes Flugzeug musste es sein, das zu einem Restaurant umfunktioniert wird.

Dank guten Beziehungen konnte Seipel einen russischen Oldtimer vom Typ Iljuschin IL-14 erwerben. Die Propellermaschine mit Sternmotoren war im Osten einst das, was die DC-3 im Westen war. Die Überführung der fünfzigjährigen, seit längerem stillgelegten Maschine von der Forschungsbasis für Luft- und Raumfahrt in Zhukovski bei Moskau war indessen nicht einfach. Allein vier Monate habe es gedauert, bis nur die Formalitäten in Russland erledigt waren, sagt Seipel mit einem Seufzer. Und dann habe der Winter den Flug verzögert. In der Schweiz sei sein nicht alltägliches Vorhaben, ein Flugzeug als Erlebnis- Restaurant zu betreiben, bei allen involvierten Stellen auf Goodwill gestossen.


Unterstützung von vielen Seiten

Die Stadt Opfikon, zuständig für die Baubewilligung, habe sich offen gezeigt für das Projekt, erklärt Seipel, und ebenso die Flughafengesellschaft Unique. Die ehemalige Swissair-Tochter Avireal hat das Land im Baurecht abgegeben, in der Werft von SR Technics ist die IL-14 in den vergangenen zehn Tagen für ihren neuen Bestimmungszweck von Hydraulik- und Motorenöl gereinigt und in den russischen Originalfarben frisch bemalt worden. Für die Verschiebung des Flugzeugs von der Werft zu seinem nahe gelegenen, endgültigen Standort musste die Umzäunung des Flughafenareals ein Stück weit aufgerollt werden. Am sorgfältig geplanten Schlepp-Transport beteiligten sich die Flughafenfeuerwehr, die Kantonspolizei, Fachleute von SR Technics sowie das Fokker-Team. Diese Gruppe von Flugzeug-Spezialisten aus dem Kreis ehemaliger Swissair-Mitarbeiter hat sich der fachgerechten Restaurierung historischer Flugzeuge verschrieben. Geldgeber für sein 3-Millionen-Projekt hat der 42-jährige Seipel in seinem Bekanntenkreis gewonnen. Alle Aktionäre seien Personen, die der Aviatik nahestünden, hebt der passionierte Pilot mit leisem Stolz hervor.


Fernweh erwünscht

Das neue Restaurant, das den Namen «Runway 34» trägt, kommt ausserhalb des Flughafenareals zu stehen. Es befindet sich auf Opfiker Gemeindegebiet, in unmittelbarer Nähe des Anfangs der Piste 34. Nach den Plänen des Architekten Andri Seipel, des Bruders des Initianten, wird um die IL-14 ein Bogenhangar gebaut, die Flügel werden mit einem eleganten Glaskubus überspannt. In luftiger Höhe über den je 16 Meter langen Flügeln wird eine Bar eingerichtet mit freier Sicht auf den Flugbetrieb. In der Flugzeugkabine entsteht ein Salon mit 16 Plätzen, wo genüsslich geraucht werden darf. Das Restaurant mit rund 100 Plätzen befindet sich im Hangar.

Getafelt wird auf Tuchfühlung mit dem Flugzeug-Veteranen. Der Gast soll auf Flughöhe null in ein nostalgisches Reisegefühl versetzt werden. Den Service - nach gediegener alter Schule - besorgen ehemalige Flight Attendants. Kulinarisch soll mit internationaler Küche der Duft der weiten Welt eingefangen werden. Fernweh ist durchaus erwünscht. Verantwortlich für das Gastronomiekonzept ist Stefan Hunziker, in der Branche bekannt für extravagante Ideen. Die Eröffnung des «Runway 34» ist für Ende September / Anfang Oktober geplant.

via NZZ Online


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