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Alt 19.02.2007, 12:21   #1
Kalbskopf
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Registrierungsdatum: 10.01.2007
Beiträge: 23
Waterside Inn

Ein weiterer „untergegangener“ Bericht:

Bray in England hat ein zweites 3-Sternehaus: Das Waterside Inn.

Restaurant

Das Restaurant hat – abgesehen von der Küche – zwei ganz dicke Pfunde:

Die Lage und Diego Masciaga.

Das Restaurant hat eine „U“-Form, wobei die offene Seite des Us zur Themse zeigt. Diese offene Seite (und jeweils ein Drittel der Seiten) waren aufgrund des Wetters offen und so konnte der Aperitif und später der Kaffee auf einer terrassierten Fläche (oben Restaurant - unten Anlegeplatz des hauseigenen Boots) genossen werden. Fantastisch!

Diego Masciaga ist die Seele des Restaurants – wahrscheinlich des ganzen Hauses.
Er ist der Typ, mit dem Sie sofort warm werden. Es ist faszinierend, wie es ihm gelingt, durch ein paar Worte und ein Lächeln, den Gästen das Gefühl zu geben, hier ist heute dein Zuhause.


Hotel

Wir hatten ein Zimmer im neu umgebauten ehemaligen Wohnhaus von Michel Roux. Alles vom Feinsten, durch tiefe Fenster sehr viel Licht, viel High Tech, aber nicht ganz optimal für die hohen(!) Ansprüche.
Z. B. Toilette im Bad. (Das macht uns nichts aus, ist aber auf diesem Niveau sonst unüblich.) Da sich der Fahrradschuppen des Personals – wg. der Parkplatznot werden wohl Fahrräder fürs ganze Personal bereit gestellt – neben diesem Wohnhaus befindet, marschieren morgens – auf Kies – gefühlte Hunderte am Schlafzimmer vorbei. Da hilft nur AC/DC! Nach dem Personal kommt dann der Gärtner und fegt den Kies.
Also raus aus den Federn. Das Bad liegt zum Garten (auch hier tiefe Fenster) und Rasensprengen gehört nun eben auch zu den Aufgaben eines Gärtners und die Empfehlung lautet ja, dies morgens oder abends zu tun.
(Bevor nun alle Exis dort Zimmer buchen sei fairerweise gesagt, dass man alle Fenster mit Holzlamellen blickdicht verschließen kann. Nur ist es dann halt dunkel.)

Noch so eine Idee: Die relativ große Kofferablage befindet sich in einer Nische. Ideal um einen Koffer waagrecht zu legen und sein Inneres als Wäsche-Ablage zu nutzen. Nur am nächsten Abend war der ganze Kofferinhalt zusammengefallen. Der Grund: Die Kofferablage ist eine (verdeckte) Truhe. Darin befindet sich das gesamte Putzzeug und um sie zu öffnen, müssen die Zimmermädchen die Koffer wegstellen.

Aber alles Peanuts.

Wir hatten täglich ein wunderbares (Zimmer-)Frühstück im Rosen-Garten mit Blick (10 m) auf die Themse.


Alain Roux <-> Michel Roux

Alain arbeitet bei seinem Vater Michel seit 1992 im Waterside Inn. 2001 übernahm er es und „die Rollen wurden getauscht“. Übersetzt heißt das doch, Alain ist der Boss. Warum steht dann auf allen Töpfen, Tassen, Tellern und Kannen „Michel Roux“? Nun könnte man sagen, das sind eben noch die alten Gegenstände. Aber das ist nur zum Teil richtig. „Michel Roux“ steht auch auf der Marmelade und auf den Betthupferln – und die sind garantiert keine fünf Jahre alt. Auch wenn man zum Personal sagt „Ihr Chef ...“ dann denken die nur, dass man Michel gemeint hat.
Seltsam.


Erster Abend

Aperitif, Bestellung – wie gesagt – auf der Terrasse, dann wird man zum Tisch gebeten (ähnliche Situation wie im Sommer in Aschau).
Weinberatung etwas schwach.

Noch nie haben wir eine so ausgelassene, fröhliche Stimmung in einem „besseren“ Restaurant erlebt wie an diesem Abend. Die meisten Tische waren mit mehr als zwei Personen belegt und da wurde geredet, gelacht und sich so ungezwungen gegeben, als ob man zu Hause feiern würde. (In anderen Häusern kommt das schon mal an einzelnen Tischen vor, aber hier war’s das ganze Lokal!) Keine steifen Engländer! Und das bereits vor dem ersten Schluck Wein!


Vorspeise
Gelee-Kegel (präziser gerader Kreiskegel oder Drehkegel) mit eingelegten Entenstücken (Basis), Wachtelei (Mitte) und Kaviar (Spitze), schwarzer Rettich und Salat-Arrangement.
Zunächst was fürs Auge. Und beim Schmecken fällt sofort auf, was sich auch bei den weiteren Gerichten bestätigt: In dieser Küche spielt einerseits das Visuelle eine nicht zu unterschätzende Rolle (alle Gerichte sind perfekt arrangiert) und andererseits wird auf die Ausgewogenheit der Aromen größten Wert gelegt. Alles ist wohl abgestimmt und harmonisch. Nichts drängt sich in den Vordergrund, ist vorlaut.

Zwischengang
Gebratene Jakobsmuscheln mit Algen-Tartar, Salat von Kräutern und marinierten Baby-Tintenfischen, Safran-Vinaigrette.

Hauptgericht
St. Pierre mit Schnittlauchöl, Tagliatelle mit Karottengeschmack, Beure blanc mit Karottensaft, Zitronenzesten und ein Hauch von Vanille. Sehr feine Aromen. Perfekter Fisch.

Dessert
Himbeer-Soufflé.

Kaffee wieder auf der Terrasse.

Kosten:
2 Wasser 10,00
2 Ruinart Blanc 31,00
Wein 32,00
2 Gelee-Kegel 68,00
2 (halbe) Jakobsmuscheln 29,00
2 St. Pierre 88,00
2 Soufflé 50,00
2 Kaffee 0,00
Service Charge 38,50
Insgesamt 346,50 Pfund = 259 € pro Person.


Zweiter Abend

Wie gehabt, Aperitif, Bestellung auf der Terrasse.
Gute Weinberatung (anderer Sommelier).

Im Restaurant war die Stimmung im Vergleich zum Vortag etwas gedämpfter.

Vorspeise
Artischockenherzen, Mousse von grünen Bohnen und rote Beete, Pfifferlinge, etwas Salat mit Orangen-Vinaigrette.
Schade, dass statt den extra nachgefragten und bestätigten Morcheln Pfifferlinge serviert wurden. Ein Kommunikationsproblem zwischen Service und Küche.

Zwischengericht
Gebratene Hummer-Medallions (Schere & Schwanz) mit einer weißen Portwein-Sauce, Gemüse-Juliennes mit Ingwergeschmack.
Sehr großzügige Portion. So muss Hummer schmecken. Keine Einheits-Textur. Ebenfalls perfekte Kombination der Aromen.

Hauptgericht
Challandais-Ente mit Zitronen- und Thymian-Jus, Kartoffel- und Knoblauch- Mousseline.
Die Ente wird - ohne Keulen - am Stück präsentiert und davon am Tisch feinste Brustscheiben tranchiert.
Zeitgleich werden die getrennten, perfekt gebratenen und butterweichen Keulen auf etwas Blattsalat (säuerliche Vinaigrette) serviert.
Damit wird dem Gast die Möglichkeit geboten zwischen Brust und Keule hin- und her zuspringen. Sehr gute Idee. Meist wird die Ente ja nur in zwei aufeinander folgenden Gängen serviert.

Dessert
Crème brûlée.

Auch an diesem Abend Kaffee auf der Terrasse.

Kosten:
2 Wasser 10,00
2 Ruinart Blanc 31,00
Wein 97,50
2 Artischockenherzen 48,00
2 (halbe) Hummer-Medallions 29,00
2 Ente 79,50
2 Crème brûlée 41,00
2 Kaffee 17,00
Service Charge 44,13
Insgesamt 397,13 Pfund = 297 € pro Person.


Übrigens wurden an beiden Abenden Tische teilweise doppelt belegt. Was natürlich ohne Probleme durch die Terrasse machbar ist. Bei dieser Lage – nochmals man sitzt im Grünen am Ufer der Themse – warten die einen gerne vorher und die anderen freuen sich, nachher Ihren Kaffee im Freien genießen zu können.
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