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Alt 04.07.2009, 13:12   #1
knorhan
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Registrierungsdatum: 02.11.2007
Beiträge: 939
Geheimnisse der Pfeifenmacher

Wenn Pfeifen lesen, sind es dann Lesepfeifen? Und was lesen Sie?
Offensichtlich hat die Länge eines Pfeifenmundstücks entscheidenden Einfluss auf die Lesefähigkeit eine Pfeife. Dies ist umso erstaunlicher, als man eigentlich erwarten dürfte, dass (unabhängig von der Form) Pfeifen mit Adleraugen (Eagle Bird-Eyes) klar im Vorteil wären. Offensichtlich werden intellektuelle Fähigkeiten nicht durch den Kopf, sondern durch ein leistungsfähiges Mundstück gesteigert. – Aus diesem Grund findet man findet man wohl vor allem in der Politik besonders viele Pfeifen…

Die Mehrzahl der Pfeifen ist geistig hochgradig (Highgrade) unterfordert, fristet ein bedauernswertes Dasein als Konsument von Fernsehserien (Serienpfeife) oder man findet sie – wie entwürdigend – auf der untersten sozialen Stufe man sie als Hundepfeife. Damit Ihre Pfeifen immer genügend Lesefutter haben, sind hier Geschichten und Geschichtchen, Anekdoten, Gereimtes und Ungereimtes zusammengetragen.


Geheimnisse der Pfeifenmacher oder wie man Pfeifen bentet
Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass hier unter Umständen wesentliche Geheimnisse der Produktion von Bents preisgegeben werden; eigentlich sind diese nicht zur Veröffentlichung gedacht. Aus diesem Grund bitte ich den Leser, das hier erworbene Wissen für sich zu behalten und die geheimen Produktionsverfahren nicht preiszugeben. - Danke!

Wer mich kennt weiß, dass ich der eingeschworene Feind jeder Form vom Alkohol bin. Wie oft bekomme ich zu hören: "Drink doch eine mit...", aber dann brauche ich bloß eine Bent hervorzuholen und es wird ruhig. Was der Alkohol doch aus einem Menschen machen kann. Baut ein Pfeifenmacher, nennen wir ihn Holgerson, jahrein jahraus wunderschöne gerade Pfeifen. Es ist eine Lust ihm zuzusehen und seine Pfeifen in der Hand zu halten. Trinkt er ein, zwei Schnäpse, wird der Holm krumm, noch ein paar Bier dazu, produziert er nur noch Fullbents. Erschreckend!

Ich habe ihn natürlich gefragt: "Warum machst Du sowas, Holgerson? Und vor allem wie?" - Er zuckt mit den Schultern "dasch isch der Allohol", und baut schon wieder eine Bent. Seit Jahrtausenden bauen die Menschen gerade Pfeifen. Wie kam es zu dieser relativ plötzlichen Invasion der Krummpfeifen? Nach meiner persönlichen Meinung liegt es daran, dass irgend ein perfider Erfinder Korkenzieher und Flaschenöffner erfunden hatte.

Nun weiß jeder, dass mich eine solche Feststellung nicht zufrieden stellt. Ich begann in die tiefsten und dunkelsten Geheimnisse der menschlichen Erfindungsgabe einzudringen: wie werden Pfeifen krumm gemacht?

Bevor ich meine Forschungen begann, befragte ich - quasi als Quellenstudium - verschiedene theoretische Physiker und Pfeifenmacher.

Albert Einstein meinte: "Also, ja, hm, das ganze Universum ist ein gekrümmter Raum... ja, die Krümmung von Raum und Zeit sozusagen. Wenn nun eine gerade Pfeife lang genug ist, eh, es gibt keine geraden Pfeifen, alles ist krumm", und gießt sich noch einen Genever ein. "Besonders interessant, wenn ein Pfeifenmacher eine gekrümmte Pfeife macht und schnell genug arbeitet," mit einem Schluck ist der Genever in einem schwarzen Loch verschwunden, "überholt er sich quasi selbst und kann sich zusehen, wie er die Pfeife macht." Er wackelt mit dem Kopf und streckt die Zunge heraus "Das ist die Relativitätstheorie, mein Kleiner!"

Edwin Hubble: er fiel mir auf, weil er sich selbst mit einem Fernrohr zusah, wie er seine Pfeife stopfte. Die Erklärung des Astrophysikers war so einleuchtend wie falsch: "Nehmen wir an, es gäbe eine gerade Pfeife, ja ich weiß, aber nehmen wir es nur mal an... Ich halte sie zwischen den Zähnen und rauche vor mich hin. Und beobachte durch mein Fernglas das Weltall. Was passiert? Die Pfeife stößt ans Teleskop, immer wieder, bis sie sich nach unten biegt und krumm wird. Die Bentform, wenn Dir jemand etwas anderes erzählen will, dann lügt er! Die Bentform ist eine direkte Entwicklung aus den Anforderungen der Astrophysik!" und er greift nach der Bierflasche.

Der amerikanischen Erfinder Eli Whitney (u.a. Drehmaschine): "Interessante Frage!", nimmt seine Fullbent aus dem Mund und nimmt einen Schluck Whiskey. Hab mal eine Exzenterdrehmaschine erfunden, die es erlaubt, gebogenes Material einzuspannen und zu bearbeiten. Hicks! Oder grades gebogen zu machen oder so..."

Es sieht so aus als könne mir die Wissenschaft hier auch nicht weiterhelfen. Ich werde als das tun, was ich schon lange hätte machen sollen: ich werde die Pfeifenmacher selbst fragen. hier ist das Ergebnis meiner Recherchen:

Rainer Barbi: "Tabakpfeifen bestehen aus Holz", meint er, sieht mich gespannt an und zieht an seiner Meerschaumpfeife. Das Kantel besteht aus Füll- und Strukturholz. - Willst Du auch ein Kölsch? - Egal, beide haben unterschiedliche Wärmeausdehnungskoeffizienten. Klar? Kein Problem! Kein Bier? Mache ich jetzt die Oberseite warm", er hält einen Flammenwerfer auf den Holm, "dehnt es sich aus und die Pfeife wird krumm. Beim Mundstück, ganz genauso! So einfach ist das! Kein Geheimnis!"

Peter Klein: "Krumme Pfeifen? Äh... Das passiert mir einfach so. Außerdem ist es praktisch." Er zeigt mir eine Fullbent, die er dann mit dem Kopf voran in ein Glas Kölsch taucht. Genüsslich saugend meint er, man müsse natürlich besonders gutes Wachs verwenden.

Bei Peterson zeigt man sich erschrocken. "Ist es tatsächlich aufgefallen, dass wir viele krumme Pfeifen herstellen?" Ich versichere, dass ich der erste bin, der es gemerkt hat, und dass ich es nicht weitererzähle. "Aber wie machen Sie das?" - "Also, eigentlich darf ich das überhaupt nicht weitergeben, aber... na ja. Also der Chef trinkt schon mal gern ein Bierchen bei der Arbeit oder auch zwei. Und wenn dann seine Frau kommt und schimpft was das denn für Sauhaufen sei und sie würde jetzt das ganze Leergut wegbringen und das Pfand behalten, dann schmeißt er vor Wut die Pfeife auf den Boden.... Und dann hat er zwei Stücke. Die muss er dann wieder zusammenkleben." - "Ach..." - "Und wenn man bedenkt, dass er fast nur Daumen hat, na ja, ich mein ja nur; er klebt sie schief an, und dann werden sie halt krumm."

Sonderbar war es bei Dunhill. Alfred empfängt mich mit wallenden Gewändern, in einer Hand eine Räucherkerze, in der anderen einen Pendel. "Entwickle grade eine völlig neue Latakia-Bent", brummt er und führt mich in seine Werkstatt. Ich schaue mich um. Endlich normal! Maschinen, Werkzeug, Kantel. Kein Bier! Kaum zu glauben, aber hier werden noch Pfeifen GEMACHT!. Er spannt einen halbfertigen Rohling in eine Haltevorrichtung. Dann wird das Licht gedämpft. Mit kreisendem Pendel schreitet er um die werdende Pfeife herum, murmelt beschwörende Worte in einer fremden Sprache. Mit hypnotischem Blick erzwingt er die Aufmerksamkeit des Rohlings, in immer schnellerer Bewegung zucken seine Hände um das Holz... ein Aufschrei beenden sie Seance. "Wer hat da geschrieen?" - "Das Holz, als ich es in seine neue Form gezwungen habe", gelassen streicht sich Alfred über die schweißnasse Stirn und nimmt eine fertige Bent aus der Haltevorrichung, wedelt mit dem Räucherstäbchen darüber und... "Da ist die Latakia-Bent!"

Ich bin gewiss nicht leicht zu erschrecken, eigentlich ist mir jede Form von Angst fremd. Als ich nach sieben Kilometern wieder zu Atem komme, beschließe ich, noch einen letzten Versuch zu wagen. Vielleicht klappt es ja in Berlin?

Nils Thomsen ist reichlich erstaunt über meine Wissbegier. "Krumme Pfeifen? Kein Problem...". Lange habe er experimentiert, erzählt er; von seinen Lehrjahr bei Uri Geller, bei den Aborigines in Australien, von seinen Versuchen mittels einer ausgefeilten Gießtechnik das Holz in Krümmung wachsen zu lassen. "Alles nicht das Wahre", berichtet er. "Die wirkliche Kunst habe ich von meiner Frau gelernt."

Konzentriert beginnt er einen Rohling für das Bohren vorzubereiten. "Die Bohrung ist wichtig", bringt er mit bei. "6 mm muss sein. Ich nehme immer einen zweier und einen vierer Bohrer..." - Wie umständlich! "Nimm lieber zwei Dreier, dann brauchst Du nicht umspannen." Er sieht mich verblüfft an, erstaunt dass er nicht selbst auf diese Idee kam. Die Bohrung ist fertig, jetzt wird die Pfeife gekrümmt. Ich bin gespannt!

Nils erzählt, wie er auf das Verfahren kam. "Meine Frau hat langes dichtes glattes Haar. Einmal sah ich, wie ihr beim Friseur eine Dauerwelle angelegt wurde: erst ein Weichspüler, dann aufwickeln auf eine Rolle, ein Festiger drüber und über Nacht sitzen lassen."

Interessiert beobachte ich, wie Nils die Pfeife vorsichtig einweicht und um einen Lockenwickler dreht. Er muss sich anstrengen, seine Muskeln drohen das Hemd zu zerreißen. Endlich geschafft. Die Pfeife wird mit einem Gummiband fixiert und ... fertig. "Man darf sie jetzt nicht zu lange stehen lassen, sonst wird sie kraus", belehrt er mich. Nach zwei Stunden wird sie vom Lockenwickler befreit. Reichlich krumm finde ich. Nils lacht, "gerade und wieder steif machen ist einfacher als das Krümmen..."

Er nimmt die Pfeife in linke Hand und streichelt zärtlich, aber nachdrücklich über den schlaffen stark gekrümmten Holm der Pfeife. Ein Beben läuft durch den Korpus und langsam richtet sich die Pfeife auf. Sobald Nils mit der Form zufrieden ist beendet er seine Massage. Er hält mir die Pfeife hin. "Was sagste Du nun!?!"
Geschrieben von Georg Pohl und viel spaß von knorhan
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