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Wenn ich es richtig sehe, nähern wir uns einem neuen Zeitabschnitt. Die Annäherung an kulinarische Phänomene von alten Zeiten. Ich meine, das gleichzeitige Nachlassen der Kreativküche, im wissenschaftlichen Jargon ein Paradigmenwechsel.
Soll heißen, von nun an kann unser Sonntagsbraten vom Schwein abstammen, und nicht mit exklusiven Beilagen: Austern, Kaviar und so weiter kombiniert sein.
Es gibt wieder „Den deutschen Sonntagsbraten”, was bedeutet, dass sich der Brunch zurückzieht, auch in den internationalen Hotels, die ihn zur Welt gebracht haben. Oder sollte man sagen: „ihn uns aufgezwungen haben”. Obwohl, es schmeckt wenn gut zubereitet. Denn das hat jeder deutsch stämmige Patriot empfunden, dass die exotischen Häppchen, die ihm sonntags um die Mittagszeit angeboten wurden, mit seiner germanischen Tradition nicht das Geringste zu tun haben. Und unser Braten ist der gallischen Wildsau näher verwandt als alles was in einer Büsumer Koalition eintreten... [Mehr]
Skrei ohne Kopf!!!
Skrei, der Winterkabeljau von den Lofoten, ist der exklusivste Fisch aus norwegischen Gewässern. Frisch gibt es ihn nur während der kurzen Fangsaison von Februar bis April. Der Skrei lässt die Herzen der Feinschmecker, Sterne- und Hobbyköche europaweit höher schlagen.
Und nun sehe ich in der Metro den Skrei ohne Kopf. Erst verwundert und skeptisch, ist es überhaupt ein Skrei? Nun habe ich selber auch Skrei bestellt und auch ohne Kopf bekommen. Meine Beschwerde wurde zwar Akzeptiert, mit der Begründung das der Kopf an Spaniern und anderen südlichen Ländern für richtig gutes Geld verhökert wird aber erklärt. Und wir Deutschen? Ja ja, die meisten freuen sich, müssen den nutzlosen Kopf nicht mit bezahlen. Das beste Fleisch ist im Kopf des exzellenten Kabeljau. Backen, Zunge und das Kopf-Fleisch, Schneeweis und Zart.
Skrei lebt eigentlich im Eismeer der Barentsee im Norden Norwegens. Von dort begeben sich alljährlich... [Mehr]
Deutschlands Feinschmecker zucken zusammen, Bio ist keineswegs so gesundheitsfördernd wie sie es glaubten.
Ökologisch hergestellte Lebensmittel sind nicht automatisch besser als konventionelle. Auf den Erzeuger kommt es an!
Man muss dazu sagen, dass wir fast gänzlich aus Gläubigen bestehen.
Wir glauben an allerlei irrationalen Humbug.
An unsere Toleranz den Nachbarn gegenüber.
An die Unbesiegbarkeit unserer Soldaten.
An das Europa-Bekenntnis unserer Politiker, an unsere Tierliebe, die unbefleckte Empfängnis, an den Weltuntergang am 21 Dezember, nur nicht an den Euro???
Wir glauben an unsere Friedenbereitschaft, solange unsere Rüstungsindustrie die drittgrößte der Welt ist, wir glauben an ein Land ohne Atomkraftwerke, weil uns das von Leuten versprochen wurde, von denen wir niemals einen Gebrauchtwagen kaufen würden.
So haben wir bisher auch brav an die Vorzüge der Biokost geglaubt, an die blutdrucksende Kraft von rohem Fenchel und... [Mehr]